Крепель, Віра Іванівна (2025) Farbensymbolik im deutschen parteipolitischen diskurs Вісник науки та освіти, 2 (32). pp. 44-60. ISSN 2786-6165
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Abstract
Zusammenfassung. Im Artikel wird auf die Farbensymbolik der politischen Landschaft Deutschlands eingegangen und erforscht, welche Farbadjektive im politischen Diskurs genutzt werden, wie die Entstehungsgeschichte der farbpolitischen Symbolik ist, welche Voraussetzungen für die Bildung der sekundären Bedeutungen die Farbadjektive bestehen und wie dadurch die Semantik dieser Adjektive erweitert wird. Die Offenlegung der Dynamik von farbpolitischen Symbolen erfolgt unter Berücksichtigung der situationsbedingten begleitenden ontologischen, soziokulturellen, psychologischen und pragmatischen Hintergrundfaktoren, die im parteipolitischen Diskurs als in einem in das Leben eingebetteten Text realisiert werden. Das Phänomen Farbe wird durch das Prisma dreier eng miteinander verbundener Komponenten betrachtet: das sind Empfindung, Wahrnehmung und Benennung. Es wird festgestellt, dass das Naturphänomen Farbe universell ist, und dass die Sprachen über enorme Möglichkeiten zur Qualifizierung dieses Naturphänomens und seiner Widerspiegelung in der Sprache verfügen. Im Deutschen spiegelt es sich in einer bestimmten lexikalisch-semantischen Wortgruppe der Adjektive wider, die zu den ältesten Farbadjektiven der deutschen Sprache zählen, das sind rot, schwarz, blau, weiß, grau, grün, gelb und braun. Diese Farben verbinden sich mit bestimmten Erfahrungen und ergeben psychologische, symbolische, kulturelle, politische und kreative Wirkungen, die dann in der Semantik jeweiliger Farbadjektive festgehalten werden. Es wird festgestellt, dass die Rolle der Farben im deutschen parteipolitischen Diskurs groß ist, weil sie zur Identifizierung der Parteien dienen und ein Teil des Parteiimages sind. Sie werden aktiv in der Berichterstattung über den Wahlkampf und über die gebildeten Koalitionen benutzt, sie dienen als Instrument der Erregung der Aufmerksamkeit der Wähler und erlauben es, in knapper Form über die Wahlergebnisse zu informieren. Im Zuge der Recherchen wurde festgestellt, dass im deutschen parteipolitischen Diskurs neben den traditionellen Grundfarben wie schwarz für die CDU, grün für die Grünen, rot für die SPD, gelb für die FDP, blau für die AfD auch neue Farben benutzt werden, wie zum Beispiel magenta für die Linke. Die Analyse zeigt, dass die politische Farbensymbolik eine schnelle Identifizierung der parteipolitischen Koalitionen ermöglicht. Die geformten Koalitionen bekommen die Namen, die auf die Farbenkonstellationen hindeuten: Ampelkoalition; Deutschland-Koalition; Kiwi-Koalition oder die Jamajka-Koalition. Somit helfen die parteipolitischen Farbensymbole in knapper und übersichtlicher Form die Informationen über die politischen Koalitionen im Bundestag oder auf der lokalen Ebene mitzuteilen. Die semantische Struktur der Farbadjektive enthält einige sekundäre Bedeutungen, unter anderem auch Hinweise auf die parteipolitische Zugehörigkeit, die aufgrund der metaphorischen oder metonymischen Übertragung entstehen. Die Informationen über die Koalitionen werden bereits in den Titeln der Zeitungsartikel kodiert: „Grün-schwarze Bündnisse - Sonderfall oder zukunftsweisend?“ „Grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg - Nur ein Bündnis auf Zeit?“ oder „Schwarz-Rot-Grün in Sachsen Anhalt - grünes Licht für die Kenia-Koalition“. Abschließend wird die stabile Nutzung der politischen Farbsymbolik festgestellt, wenn zum Beispiel für die neue Gruppe BSW im Bundestag (gegründet erst am 2. Februar 2024) auch eine Farbe, und zwar lila benutzt wird. Eine solche Entwicklung bestätigt eine effiziente Eigenschaft der Semantik der Farbadjektive - wo auch das Gesetz der Sprachökonomie zur Geltung kommt – viele Informationen mit wenigen sprachlichen Mitteln ausdrücken. Der Artikel erläutert die Motivation der politischen Farbsymbolik und erörtert die Mehrdeutigkeit einiger politischer Farbbezeichnungen. Der Artikel ist nicht nur für Philologen von Interesse, sondern auch für Fachleute aus den Bereichen Völkerrecht, öffentliche Kommunikation und Weltpolitik.
| Item Type: | Article |
|---|---|
| Uncontrolled Keywords: | Semantische Struktur von Farbadjektiven; parteipolitischer Diskurs; deutsche politische Parteien; aktuelle Farben von Parteikoalitionen; Mechanismen zur Schaffung neuer farbiger Koalitionsnamen |
| Subjects: | Статті у періодичних виданнях > Фахові (входять до переліку фахових, затверджений МОН) |
| Divisions: | Факультет права та міжнародних відносин > Кафедра іноземних мов |
| Depositing User: | Head of th Vira/V.I. Krepel |
| Date Deposited: | 25 Mar 2025 09:13 |
| Last Modified: | 25 Mar 2025 09:13 |
| URI: | https://elibrary.kubg.edu.ua/id/eprint/51370 |
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